MENSCH & HUND


 

Wer wir sind

Silke Kappelt

MTC Mantrailing Trainer (i.A.)

Qualifikation:
Trainerausbildung bei der Mantrailing-Company

Gudrun Lenniger

MTC Mantrailing Trainer (i.A.)

Qualifikation:
Trainerausbildung bei der Mantrailing-Company
Hundetrainerausbildung Riepe Akademie
 

Mantrailing – Eine Natürliche Auslastung für Hunde

Es gibt viele Möglichkeiten, Hunde artgerecht zu beschäftigen. Eine besonders interessante Methode ist das Mantrailing – die Suche nach Menschen anhand ihres individuellen Geruchs. Doch für welche Hunde ist Mantrailing geeignet und wie gestaltet sich das Training? Dieser Fachbeitrag liefert umfassende Antworten!

Herkunft und Bedeutung des Mantrailings

Mantrailing stammt ursprünglich aus den USA, wo vor allem Bloodhounds für diese Aufgabe eingesetzt wurden. Der Begriff "Mantrailing" setzt sich aus den englischen Wörtern "man" (Mensch) und "trailing" (einer Spur folgen) zusammen. Es bedeutet somit die Suche nach Menschen, sei es bei Vermisstenfällen oder Fahndungen.

Mantrailing heute – Beruf und Hobby

Heute werden weltweit Hunde zu Mantrailern ausgebildet, sei es bei der Polizei oder in Rettungshundestaffeln. Ein gut ausgebildeter Mantrailer, auch Personenspürhund genannt, kann Spuren verfolgen, die mehrere Kilometer lang und bis zu 48 Stunden alt sind. Die Ausbildung bis zur Einsatzreife dauert mehrere Jahre und umfasst mehrere Prüfungsstufen.

Doch nicht jeder, der Mantrailing trainiert, strebt einen professionellen Einsatz an. Immer mehr Hundebesitzer entdecken Mantrailing als Hobby und ideale Auslastung für ihre Hunde. Es stärkt die Bindung zwischen Mensch und Hund und fördert das Vertrauen in die Fähigkeiten des Hundes.

Die Funktionsweise des Mantrailings

Beim Mantrailing verfolgt der Hund die Spur einer bestimmten Person anhand einer Geruchsprobe. Diese Probe kann ein T-Shirt, Taschentuch oder eine Socke sein – Hauptsache, sie stammt direkt von der gesuchten Person und ist nicht durch andere Gerüche verunreinigt. Nachdem der Hund den Geruch aufgenommen hat, beginnt er, die Spur zu verfolgen, geführt von seinem Menschen an einer langen Trail-Leine und einem gut sitzenden Brustgeschirr.

Der besondere Geruchssinn des Hundes

Hunde besitzen etwa 250 Millionen Riechzellen, während Menschen nur rund 5 Millionen haben. Zudem ist das Riechhirn des Hundes, das die Geruchsinformationen verarbeitet, deutlich größer proportioniert als beim Menschen. Hunde können Stereoriechen, das heißt, sie verarbeiten Duftsignale ihrer beiden Nasenlöcher getrennt und können so die Richtung des Geruchs bestimmen – eine Fähigkeit, die beim Mantrailing entscheidend ist.

Ausbildung zum Mantrailer

Die Ausbildung zum Mantrailer erfolgt in mehreren Schritten. Zunächst lernt der Hund, eine Spur zu verfolgen. Dabei werden kurze Strecken mit Geruchsproben der gesuchten Person präpariert, um dem Hund die Verknüpfung "Geruch-Spur-Finden" verständlich zu machen. Nach und nach werden die Strecken verlängert und die Komplexität erhöht. Schließlich werden auch das Startsignal und die Anzeige des Fundes trainiert. Der Hund kann die gefundene Person durch Sitzen, Bellen oder eine andere zuvor trainierte Geste anzeigen.

Regelmäßiges Training und Rituale

Der Trainingsablauf sollte immer gleich sein, damit der Hund genau weiß, was zu tun ist. Das spezielle Trailgeschirr wird nur für das Mantrailing genutzt und nicht im Alltag getragen. Nach schwierigen Trails sollte immer wieder ein leichter, motivierender Trail eingebaut werden, um den Spaß an der Arbeit zu erhalten.

Mantrailing – Vielseitige Auslastung

Mantrailing ist besonders für jagdlich motivierte Hunde geeignet, da es ihre natürlichen Instinkte anspricht. Es stärkt die Mensch-Hund-Beziehung und fördert ruhiges, konzentriertes Arbeiten. Auch unsichere oder ängstliche Hunde können durch Mantrailing profitieren, da sie lernen, sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren und Umweltreize auszublenden.

Mantrailing für Hunde jeden Alters und Gesundheitszustands

Mantrailing kann bereits im Welpenalter spielerisch begonnen werden, ist aber auch für ältere Hunde eine hervorragende Beschäftigung. Es ist gelenkschonend und somit auch für Hunde mit körperlichen Einschränkungen geeignet.

Benötigte Ausrüstung

Zum Mantrailing benötigt man:

  • Ein gut sitzendes Brustgeschirr und Halsband
  • Eine lange Leine (5 bis 10 Meter, optimal 7,5 Meter und aus Leder)
  • Hochwertige Belohnungen (Futter, optimal ist etwas zum lecken)
  • Wasser für den Hund
  • Geruchsproben der gesuchten Person
  • Ein Auto mit Hundebox oder Hundegitter für die Wartezeit des Hundes
  • bei hohen Temperaturen ein Schattennetz fürs Auto
  • Warnweste für den Menschen
     

Fazit

Mantrailing ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, die Beziehung zwischen Mensch und Hund zu stärken, jagdlich motivierten Hunden ein sinnvolles Betätigungsfeld zu bieten und sogar Umweltängste zu therapieren. Es eröffnet Hundebesitzern zudem faszinierende Einblicke in die Geruchswelt und Körpersprache ihrer Vierbeiner. Worauf warten Sie noch? Ihr Hund ist bereit für dieses spannende Abenteuer!

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